Montag, 24. November 2008

Suchverhalten der Anwender monitoren: Abfrage-Analyse mit CTX_REPORT

Was sind die häufigsten Begriffe, nach denen die Anwender suchen? Welche Abfragen laufen ständig ins Leere und liefern kein Resultat? Diese Fragen sind häufig wichtig, um "anwenderfreundliche" Applikationen gestalten zu können oder um die Suchanfragen optimal zur Verfügung zu stellen.
Ab Oracle 10g ist es möglich mit CTX_OUTPUT ein spezielles Logging für Suchanfragen anzustossen und mit CTX_REPORT eine Analyse dieser Loginformationen durchzuführen.
Im Folgenden demonstriert ein Beispiel die Anwendung.

Wie in einem unserer vorangegangenen
Blogs schon demonstriert, wird das Logging in den Sessions, in denen die Abfragen laufen, aktiviert. Dazu legen wir zuerst das Log Verzeichnis fest.

execute CTXSYS.CTX_ADM.SET_PARAMETER ('LOG_DIRECTORY','/tmp'); 

Danach starten wir das Query-Logging mit folgendem Aufruf:

exec CTX_OUTPUT.START_QUERY_LOG('querylog');

Die folgenden SELECT Statements werden nun in einer Logdatei aufgezeichnet. Dabei nehmen als Grundlage, die in Blog generierte Tabelle TEXTTABELLE und den dazugehörenden Textindex.

SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'USA')>0;
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'USA')>0;
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'USA')>0;
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'USA')>0;
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'USA and Messe')>0; 
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'Software')>0;
SELECT * FROM texttabelle WHERE contains(dokument, 'Hamburg')>0;

Das Logging wird dann mit folgendem Aufruf beendet:

execute CTX_OUTPUT.END_QUERY_LOG;

Wie schon erwähnt, ist diese Art von Logging vergleichbar mit dem Logging mit CTX_OUTPUT.START_LOG (siehe Blog). Es wird eine Datei mit Namen QUERYLOG im Logverzeichnis /tmp erzeugt. Allerdings liegt diese Logdatei in einem speziellen XML Format vor, wie in unserem Beispiel zu sehen ist:


<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>USA</Query><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>USA</Query><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>USA</Query><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>USA</Query><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>USA and Messe</Query><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>Software</Query>><ReturnHit>Yes</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>
<QuerySet><TimeStamp>10:30:42 11/20/08 </TimeStamp><IndexName>IDX_TEXT</IndexName><Query>Oracle</Query>><ReturnHit>No</ReturnHit><QueryTag></QueryTag></QuerySet>

Wie lässt sich nun diese Datei, besonders wenn sie grösser als in unserem Minibeispiel ist, bequem auslesen?
Das Package CTX_REPORT mit der Prozedur QUERY_LOG_SUMMARY liefert eine mögliche Vorgehensweise. Diese Prozedur, als CTXSYS User ausgeführt, liest die TOP N Abfragen und liefert die Resultate in einer PL/SQL Table vom Typ CTX_REPORT.QUERY_TABLE. Die Zahl N ist dabei definierbar über den Parameter ROW_NUM. Folgender Beispiel-Code liest unsere Log-Datei QUERYLOG aus und liefert das Ergebnis der TOP 10 Abfragen:

SQL> connect ctxsys
Enter password:
Connected.
SQL> set serveroutput on

SQL> declare
  2  logentry ctx_report.query_table;
  3  begin
  4  ctx_report.query_log_summary('querylog','idx_text', logentry, row_num=>10);
  5  for i in 1..logentry.count 
  6  loop
  7  dbms_output.put_line(logentry(i).query || ' kommt '||logentry(i).times||' Mal vor');
  8  end loop;
  9  end;
  10  /
USA kommt 4 Mal vor
USA and Messe kommt 1 Mal vor
Software kommt 1 Mal vor

PL/SQL procedure successfully completed.

Standardmässig werden dabei nur die häufigsten Treffer der erfolgreichen Abfragen ausgewertet, da der Parameter MOST_FREQ auf TRUE steht. Manchmal ist es allerdings interessanter, die fehlgeschlagenen Abfragen zu dokumentieren. Der Parameter HAS_HIT (Defaultwert: TRUE) kontrolliert das Verhalten der Auswertung bzgl. der erfolgreichen Treffer. Setzen wir diesen Wert auf FALSE, werden nur die Resultate angezeigt, die von fehlgeschlagenen Suchabfragen stammen.
Folgendes Beispiel demonstriert das Verhalten:

SQL> set serveroutput on
SQL> declare
  2  logentry ctx_report.query_table;
  3  begin
  4  ctx_report.query_log_summary('querylog','idx_text', logentry, row_num=>10, has_hit=>false);
  5  for i in 1..logentry.count 
  6  loop
  7  dbms_output.put_line(logentry(i).query || ' kommt '||logentry(i).times||' Mal vor');
  8  end loop;
  9  end;
 10  /
Hamburg kommt 1 Mal vor

PL/SQL procedure successfully completed.

Um solches Fehlschlagen von Suchabfragen zu verhindern, könnte man z.B. in den Applikationen bessere Hilfestellung für den User anbieten oder über Synonyme (Thesaurus) alternative Schreibweisen ermöglichen.
Mehr dazu in einem unserer nächsten Blog-Veröffentlichungen. Viel Spass beim Ausporbieren ...

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